ZAUNEIDECHSE. ALLES IN ORDNUNG?

Kurzfilmreihe für die Wanderausstellung des Natur-Museums Luzern und der Albert Koechlin Stiftung
Im Auftrag des Natur-Museums Luzern
5 Filme à 6-8 min, CH-2020

Sonderausstellungen im Natur-Museum Luzern
9. Juni 2020 bis 11. April 2021
Vernissage: 4. Juli 2020, 18:00 Uhr

Man muss genau hinschauen. Die Zauneidechse lebt meist im Verborgenen. Sie liebt Asthaufen, Altgrasflächen, sonnengewärmte Sandhaufen – und natürlich fette Käfer, die ihr vor die Nase laufen. Doch die Zauneidechse steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. In unserer stark genutzten Umwelt bleibt ihr wenig Lebensraum. In einem grossen Artenförderprojekt gibt die Albert Koechlin Stiftung Gegensteuer und ruft auch die Bevölkerung zur Mithilfe auf.
Und was tut der Mensch? In 5 kurzen Filmen, die in die Ausstellung integriert sowie im Kino des Natur-Museums zu sehen sind, erhalten wir Einblick in die Arbeit verschiedener Akteur*Innen, die die Landschaft und somit auch das Habitat der Zauneidechse prägen.

www.naturmuseum.ch
www.zauneidechse.ch



Landwirtschaft
Ronmühle, Wauwiler Ebene Schötz, Luzern

Landwirtschaft im Einklang mit der Natur schafft vielseitige Lebensräume. Davon profitiert auch die Zauneidechse.
Es liegt an uns, das Land so zu bewirtschaften, dass Pflanzen und Tiere, ob wild oder domestiziert, sich gesund entwickeln. Vielfältige Landwirtschaft ist langfristig ökonomische Landwirtschaft. Landschaftliche, ökologische und genetische Vielfalt legen den Grundstein für nachhaltige und erschwingliche Landwirtschaftsprodukte. Kleinstrukturen dienen vielen Tieren und bereichern zudem das Landschaftsbild.



Forstarbeiten Waldrand
Sedelwald, Luzern

Wald pflegen heisst, an kommende Generationen denken und Pflanzen und Tieren Raum geben. Auch der Zauneidechse.
Die Ansprüche an den Wald und die Forstwirtschaft sind heute mannigfach. Interessierte früher vor allem der Holzertrag, zählen heute auch die Funktionen Erholung, Speicherung von Kohlenstoff, Lebensraum für Tiere und Schutz vor Steinschlag, Lawinen und Murgängen. All das müssen heutige Förster unter einen Hut bringen. Mit dem Auslichten und Stufen von Waldrändern unterstützen die Forstleute auch die Zauneidechse.



Pflege von Strassenbegleitflächen
Nationalstrassenzubringer Giswil, Obwalden

Strassenunterhalt schafft Sicherheit für Menschen und Lebensräume für Pflanzen und Tiere, darunter die Zauneidechse.
Strassenböschungen sind Niemandsland für uns. Nicht so für viele Pflanzen und Kleintiere. Extensiv bewirtschaftet, bieten sie ideale Lebensräume. Manche Fressfeinde erreichen diese Räume nur schlecht. Lärm stört Reptilien nicht. Und weil Zauneidechsen die Deckung kaum verlasssen, stellt der Verkehr für sie keine Gefahr dar. Heute werden bei der Böschungspflege sowohl sicherheitstechnische wie ökologische Ansprüche berücksichtigt.



Renaturierung
Allmend, Luzern

Bäche befreien und Kleinstrukturen anlegen schafft Wildnis, in welcher auch Zauneidechsen gerne auf die Jagd gehen.
Scheinbar tote, stark genutzte Flächen können zu neuem Leben erweckt werden. Wo notwendig, werden Altlasten entsorgt und Bäche ausgedohlt. Bereits kleinräumige Terrainveränderungen ermöglichen Kleinstrukturen, die Pflanzen und Tieren ein Zuhause geben. Auch der Zauneidechse. Gleichzeitig entstehen Erholungsgebiete, die auch uns Menschen erfreuen.



Garten
Wildstaudengärtnerei Patricia Willi, Waldibrücke, Eschenbach, Luzern

Wildstauden grossziehen in Stadt und Dorf schafft Lebensinseln, in welche Zauneidechsen gerne einziehen.
Naturnahe Gärten und Parkanlagen sind Augenweiden im Siedlungsraum. Heute ist die Artenvielfalt in der Stadt erstaunlich hoch. Schon kleine Flächen oder Balkone können einiges bewirken. Eine Wildrose da, ein paar Margeriten dort – und schon stellen sich zahlreiche Insekten ein, die wiederum der Zauneidechse munden.


Credits

Konzept, Regie, Schnitt
Antonia Meile

Im Rahmen der Ausstellung und des Artenförderprojektes
«Zauneidechse. Alles in Ordnung?»
des Natur-Museums Luzern und der Albert Koechlin Stiftung

Kamera
Stephan Huwyler

Musik
Martin Waespe

Projektteam Ausstellung Zauneidechse
Britta Allgöwer, Anna Poncet, Benedict Hotz,
Muriel Utinger, Markus Wolf (Natur-Museum Luzern)
Thomas Küng (Grafikatelier Thomas Küng)
Thomas Röösli (carabus Naturschutzbüro)
Andreas Meyer (Fachbereich Reptilien, InfoFauna |
Koordinationsstelle für Amphibien- und
Reptilienschutz in der Schweiz, karch)
Philipp Christen (Albert Koechlin Stiftung)

Produktion
Antonia Meile Filmproduktion

© 2020, Antonia Meile Filmproduktion;
Albert Koechlin Stiftung, Natur-Museum Luzern